Geschichte

Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit ich das erste Mal unsere Trauben probiert habe, 50 Jahre, in denen wir von 1,5 Hektar Weinbau in einem gemischten landwirtschaftlichen Betrieb auf insgesamt 9 Hektar Weinbau pur expandiert haben. Wir sind nicht nur ein wenig größer geworden, auch der Weinbau und die Rebsorten haben sich mit der Zeit gewandelt. Rotwein und Rosé gibt es nicht mehr, Riesling und Veltliner geben heute den Takt vor. Viele Entwicklungen sind den Ideen meiner Eltern geschuldet, die auch heute noch aktiv am Gutsleben teilnehmen.

Meine Mutter führte die Wirtschaft durch die ersten, nicht leichten Jahre als einzig die steilen Hänge, die Bruck hinauf, der Familie gehörten und 3 Kühe und 4 Schweine die Wiesen abgrasten. Vieles ist heute anders, die Arbeit jedoch ist eher mehr als weniger geworden. Mit den ersten Erfolgen setzte ein zunehmender Ab-Hof-Verkauf ein, der in den Händen meiner Mutter liegt, genauso wie der große Rest der Hauswirtschaft: viel Arbeit und nicht immer leicht mit drei Männern um sie herum.

 

Die große Leidenschaft meines Vaters gilt den Rebstöcken, mit der Arbeit im Keller konnte er sich nie wirklich anfreunden. Bei Wind und Wetter, Sonne, Regen, Schnee und Sturm klettert er durch unsere Terrassen, täglich zwischen 10-12 Stunden. Auf unseren 9 Hektar stehen schätzungsweise 32000 Rebstöcke und ich vermute, er kennt sie alle – allerdings nicht nur ihr Äußeres, die krummen dicken Stöcke und den mächtige Ansatz der Wurzeln. Vielmehr weiß er, wie sie funktionieren. Wohin sie wurzeln und was sie brauchen. Er ist der Herr über die Weingärten. 

 

Geruht haben meine Eltern und später auch ich in den vielen Jahrzehnten nur selten. Kontinuität in der Qualität, verbunden mit vorsichtigem Experimentieren blieb die Devise, die behutsame Synthese von Innovation und Tradition die Philosophie.