Josef Högl & Sohn Georg

Mir wurde zwar keine Weinflasche in die Wiege gelegt, Trauben und alles was dazugehört, beschäftigten mich allerdings vermutlich schon vor meiner ersten bewussten Erinnerung. Wobei sich die Arbeit lange Zeit auf den Weingarten beschränkte. Wir lieferten unsere Erträge an die Freien Weingärtner Wachau.

Das sollte sich ändern. Ich besuchte die Weinbauschule in Krems und  begann parallel dazu am Weingut Prager zu arbeiten. Für den ersten Lohn kaufte ich mir meinen ersten 1000 Liter Stahltank, in dem noch immer alljährlich Wein gärt. Die Arbeit bei Prager war wichtig, prägte mich (stammt Prager von prägen?), zeigte mir letztlich wie große Weine zuerst im Weingarten und später im Keller entstehen. 10 entscheidende Jahre, an die sich fünf weitere wichtige Jahre am Weingut von F.X. Pichler knüpften. Zwei Lehrmeister der Sonderklasse.

 

1995 war es dann soweit, das eigene Weingut – damals 3-4 Hektar – mit aller Konzentration und permanent zu bewirtschaften. Alles lief gut, ein paar Hektar an Terrassen kauften wir noch dazu und mit den ersten Einzellagenvinifizierungen von den Rieden Bruck und Schön setzten auch die Erfolge ein.

 

Seit einiger Zeit unterstützt mich auch mein Sohn Georg, wobei sich immer wieder Lehr- und Wanderjahre dazwischen schieben. Zuletzt verschlug es ihn nach Württemberg, wo er praktizierte und auch eine neue Weinbaukultur kennenlernte. Lehrjahre standen davor schon an, in Krems, wo er die VINOHAK besuchte, die Handelsakademie mit gleichzeitiger Ausbildung an der Weinbauschule. Der Hof, die Weingärten, die Steillagen, der Keller sind andere Schauplätze seiner Lehrjahre. Und dann ist da noch das generelle Interesse für Wein, für die Aromen, die Sensorik, die Diversität, die Vielfalt in den Unterschieden. Also verkostet er, wann immer es möglich ist, vergleicht: Veltliner aus Spitz mit Veltliner aus Loiben, Junges, Gereiftes, Internationales, quer durch die Tiefen der Weinwelt.